Ich denke, da der Großteil meines Tages von meiner Arbeit bestimmt ist, sollte ich auch mit ihr beginnen und etwas darüber berichten.
Natürlich macht mir meine Arbeit immer noch sehr viel Spaß und ich bin dankbar über jede Erfahrung, die ich hier sammeln darf. Aber es ist schon manchmal etwas anstrengend, besonders wenn man 8 Stunden arbeiten muss und in jeder Nacht zuvor wieder in den bitteren Kampf gegen die Mücken im Zimmer ziehen musste. Dieser Kampf gegen die Mücken ist mein persönlicher Nah-Ost-Konflikt und dieser dauert nun schon seit meiner Ankunft in Israel an. Bisher musste ich nach zahlreichen Schlägen in die Luft und auf mich selbst erschöpft aufgeben. Ich habe quasi in Anti-Mückenspray geduscht, aber auch dieses Unterfangen war nicht wirklich von Erfolg gekrönt, da ich mich natürlich nicht die ganze Zeit mit Anti-Mückenspray eindieseln konnte. Nach nächtelanger Tyrannei und Schlaflosigkeit, habe ich jedoch schließlich doch zu chemischen Waffen gegriffen und mir ein kleines Gerät gekauft, welches man in die Steckdose steckt und dann angeblich die Mücken vertreiben soll, da es einen Geruch gegen Mücken im Raum verteilt. Bisher hat das auch ganz gut geklappt und ich konnte erste Erfolge im Form von Schlaf verbuchen. Jedoch muss ich mich bald um neue Munition kümmern, da mein Vorrat an Geruchbehältern begrenzt ist. Aber nun genug von der Schlafzimmerfront und zurück zu meiner Arbeit.
Es ist gerade Olivenzeit und wir waren vor kurzem mit allen Kindergartengruppen Oliven pflücken und picknicken (das erste mal Mandarinen vom Baum gegessen). Ich finde es stark mit wie viel Mühe sich die Lehrerinnen und Erzieherinnen um die Kinder und uns kümmern. Noch immer treffen wir auf unglaubliche Gastfreundlichkeit und lauter kleine Nettigkeiten. Wir wurden sogar zu einem Kindergeburtstag von dem Kind einer Lehrerin eingeladen. Wir Freiwilligen aus Deutschland kamen natürlich viel zu früh, denn was wir nicht beachtet hatten war, falls eine arabische Familie um sieben zum essen einlädt, wollen sie eigentlich dass man frühestens um acht auftaucht. Es ist erst recht kein Problem, wenn man noch später kommt. Wir haben dies allerdings nicht bedacht und standen Punkt Sieben auf der Matte. Uns war das zwar etwas unangenehm, aber die Gastgeber haben nur gelacht und sich gefreut über ein paar mehr helfende Hände. Als dann alles fertig und angerichtet war, bog sich der Tisch schon förmlich unter der Last des vielen Essens. Es sah so aus als versuchte man den ganzen Knesset zu verköstigen. Als dann die Gäste nach und nach eintrafen, wurde es ein lustiger Abend aus lauten und lustigen Gesprächen, vielen Späßen und einer ganzen Menge zu Essen, so dass wir später völlig vollgestopft und glücklich nach Hause rollten. Ich war am Ende wirklich kaum noch im Stande zu laufen. Soviel zu meiner "Arbeit" und ein paar Ereignissen in Shefa' Amr. Es ist nicht Alles, aber ich denke das Wichtigste.
Was vielleicht noch zu erwähnen wäre ist, das ich mich zurzeit in einem wirklichen Konflikt befinde. Aber um das zu erklären, muss ich etwas weiter ausholen. Also wie die meisten schon wissen, wohnt hier im Garten ein Straßenhund, der von meiner Gastfamilie gefüttert wird. Ich habe sie Bambi getauft, als ich hier her kam und mittlerweile reagiert sie schon sehr gut auf ihren Namen, weil sie nun von allen so gerufen wird. Sie bekommt in letzter Zeit des öfteren Herrenbesuch und ich habe sie und einen anderen Hund aus der Nachbarschaft neulich in einer höchst verfänglichen Postion ertappt. Viele Streuner sind hier nun unterwegs und Farid, dessen Herz für Hunde abnormal groß ist, ist hin und her gerissen. Auf der einen Seite weiß ich, dass ich diese Hunde nicht an mich gewöhnen darf, da sie wild sind und wenn sie sich an mich gewöhnen, sind sie in acht Monaten bloß total irritiert. Ich versuche Abstand zu halten, aber ich ertappe mich immer wieder dabei wie ich anfange ihnen Namen zu geben, mit ihnen zu spielen und sie an mich zu gewöhnen. Als ich das festgestellt habe, habe ich meiner Gastmutter geraten, Bambi in ein Tierheim in Tel Aviv zu bringen noch bevor sie schwanger wird und wenn sie es schon ist, dann erst recht. Ich glaube nicht, dass hier ein guter Ort für Welpen ist, denn schon ausgewachsene Hunde haben es hier schwer genug. In Tel Aviv ist das sicher anders. Diese Stadt kann sich den Tierschutz leisten und ich denke daher, dass zumindest Bambi dort hin sollte. Auch wenn mich das sehr traurig macht, da sie uns hier sehr viel Freude bereitet.
Naja, wir werden sehen wie es sich entwickelt.
Voraussichtlich fahre ich morgen oder übermorgen ans Tote Meer. Davon handelt dann wahrscheinlich der nächste Post.
Bis dahin vielen Dank für alle, die die Geduld haben jedesmal alles zu lesen und zur Belohnung wie immer ein paar Fotos.
So eine schöne Torte sieht man selten. Da schlagen nicht nur Kinderherzen höher.
...und das war noch nicht alles
beim Oliven pflücken
hier sogar ein kleines Video.
beim Picknick
im Kindergarten in Shefa' Amr
mein Kunstwerk im Bad des Kindergartens







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