Sonntag, 15. Dezember 2013

Thanksgiving in Israel und Umzug

Wieder ein Monat um. Die Zeit vergeht so verdammt schnell wenn man viel zutun hat und jeden Tag etwas neues entdeckt.

Inzwischen hat die Weihnachtszeit begonnen. Ich komme nicht so richtig in Weihnachtsstimmung aber überraschenderweise ist mir das gar nicht so wichtig. Ich habe inzwischen meine Gastfamilie gewechselt und habe jetzt endlich meinen eigenen Raum und kann nach zwei Monaten nun endlich vollständig ankommen. Auch meine neue Gastfamilie ist unglaublich herzlich und nett. Sie geben sich sehr viel Mühe um uns und ich fühle mich sehr wohl. Sicher fühle ich mich auch, denn mein Raum ist ein "Saferoom", den fast alle neuen israelischen Häuser haben. Im Falle eines Angriffes ist man in solchen Räumen sicher und geschützt (hoffentlich wird dieser Raum auch weiterhin nur als Gästezimmer genutzt). Meine neue Gastfamilie ist, genau wie die andere, arabisch christlich. Ich habe in meinem Leben noch nie so oft Schisch Bisch (Backgammon), Schach und Mühle gespielt, wie in den letzten Tagen. Solche Brettspiele mit der Gastfamilie machen nicht nur Spaß, sondern sorgen auch für etwas weihnachtliche und heimische Atmosphäre. Der Weihnachtsbaum aus Plastik, die einarmige Santafigur, die pausenlos Jinglebells dudelt und die ansonsten für deutsche Verhältnisse etwas kitschig wirkende Weihnachtsdekoration, waren dagegen eher weniger stimmungsvoll. Alles in Allem bin ich zurzeit sehr zufrieden.

Am Anfang des Monats haben wir, wie die Überschrift vielleicht schon verrät, in Beit Uri (nahe Afula) Thanksgiving gefeiert. Traditionell israelisch eben... Nein, eine Freiwillige hier hat US- amerikanische Wurzeln und sich gewünscht auch dieses Jahr zu feiern. Zwar nicht mit ihrer Familie, aber dafür mit uns anderen Freiwilligen. Für mich war das alles sehr spannend und ich habe nicht nur das Wiedersehen, sondern auch die Atmosphäre sehr genossen. Auf dem Rückweg von Afula nach Nazareth haben wir wieder eine sehr nette Bekanntschaft mit einem Araber gemacht, der mal eben eine halbe Stunde Umweg in kauf genommen hat um uns direkt bis nach Schfar'- Amr und bis vor unsere Haustür zu fahren.

Es haben sicher schon die meisten von euch gehört, aber der Winter ist dieses Jahr in Israel, Ägypten und dem Libanon besonders hart eingeschlagen. In Jerusalem liegt bereits Schnee. Die Nachrichten sind voll mit Bildern von Menschen, die Schneemänner bauen und den Winter genießen und von Katastrophen die das Leben der Menschen, in den betroffenen Gebieten, sehr schwer machen. Diese "katastrophalen" Bilder aus Jerusalem haben mich jedoch etwas schmunzeln lassen, da die Menge an Schnee, verglichen mit den Mengen in Nordeuropa, doch recht überschaubar sind. Man muss allerdings fairerweise sagen, dass ein Land wie Israel auf so einen Winter wirklich nicht vorbereitet ist.

Ich werde bald wieder mehr schreiben aber das soll nun erstmal reichen.